Anke Esch

Kontakt aufnehmen

Tel. 0651 966 3046

info [at] ankeesch[dot]de
03.02.2014

Fruehrenten sind zum Großteil psychisch bedingt

29.1.2014 – Psychische Erkrankungen sind hauptsächlich für gesundheitsbedingte Frühverrentungen verantwortlich. Dabei sind die Betroffenen im Durchschnitt erst 49 Jahre alt. Ihnen droht Altersarmut, stellt die Bundes-Psychotherapeuten-Kammer in der Studie „Psychische Erkrankungen und gesundheitsbedingte Frühverrentung“ ernüchtert fest.

Wer lange psychisch krank ist, für den ist der Weg in die Frühverrentung mit einem hohen Armutsrisiko vorgezeichnet. Dabei sind die Betroffenen im Durchschnitt erst 49 Jahre alt, wie die Studie „Psychische Erkrankungen und gesundheitsbedingte Frühverrentung“ der Bundes-Psychotherapeuten-Kammer (BPtK) zeigt.

Die Studie stützt ihre Untersuchungen auf Daten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Daten über das Ausmaß psychischer Erkrankungen in der privaten Krankenversicherung (PKV) gebe es nicht, sagte BPtK-Präsident Professor Dr. Rainer Richter auf Nachfrage.

Nach Einschätzung von Richter gibt es im Gesundheitssystem erhebliches Verbesserungspotenzial. Psychische Erkrankungen müssten nicht so häufig dazu führen, dass das Erwerbsleben betroffener Menschen durchschnittlich ein Drittel kürzer sei, sagte Richter vor der Presse in Berlin bei der Vorstellung der Studie.

42 Prozent der Frührenten gehen auf psychische Erkrankungen zurück

Im Jahr 2012 bezogen den Angaben zufolge rund 75.000 Versicherte erstmals eine Rente wegen Erwerbsminderung aufgrund psychischer Erkrankungen. Ihr Anteil an allen Frühverrentungen beträgt inzwischen 42 Prozent.

Dabei wurden seit dem Jahr 2001 vor allem Zunahmen bei Depressionen (96 Prozent, insbesondere bei Frauen), Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (plus 74 Prozent) und bei Suchterkrankungen (49 Prozent, insbesondere Männer) festgestellt, die letztlich zu einem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben führten.

Psychische Erkrankungen seien nun schon seit mehr als zehn Jahren die Hauptursache für gesundheitsbedingte Frührenten, sagte Richter. Und die Erwerbsminderungsrente betrage durchschnittlich rund 600 Euro.

Inzwischen gingen jährlich knapp 14 Prozent aller betrieblichen Fehltage auf psychische Erkrankungen zurück. Die Fehlzeiten von durchschnittlich 34 Tage fielen zudem deutlich länger aus als bei körperlichen Krankheiten.

„Bis heute wird bei Prävention und betrieblicher Gesundheitsförderung zu wenig getan“, sagte Richter. Es fehlten frühe und schnelle Hilfsangebote. Wenn sich die Krankheit über einen längeren Zeitraum erstrecke und der Betroffene Krankengeld beziehe, drohe er auf dem Verschiebebahnhof zwischen gesetzlicher Krankenversicherung und Rentenversicherung zu landen.

Denn die Krankenkasse könne Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet sei, auffordern, bei der Rentenversicherung einen Antrag auf Reha-Leistungen zu stellen, erläuterte Richter. Die Reha-Leistungen könnten aber auch abgelehnt werden, wenn gutachterlich festgestellt werde, dass der Versicherte zunächst einer weiteren Krankenbehandlung bedürfe. „Viele Versicherte verstehen dieses Hin und Her zwischen den Sozialversicherungen nicht“, sagte Richter.

Fällt die Reha-Prognose negativ aus, erfolge automatisch eine Umwandlung in einen Rentenantrag. Dies sei eine Regelung, die den Weg in die Frühverrentung unnötig verstärke, erklärte Richter. „Wir denken, man sollte Versicherte verbindlich vorher informieren und fragen müssen, bevor man sie quasi in Rente schickt.“

FAZIT: Bei einer frühen krankheitsbedingten Verrentung mit einer durchschnittlichen Erwerbsminderungsrente von 600,- € droht Altersarmut.

DESHALB: Rechtzeitig mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung vorsorgen! Selbst Schüler sind bereitsb dem 15. Lebensjahr für einen kleinen Beitrag gegen das Risiko versicherbar. Je jünger und gesünder, umso günstiger und einfacher erhält man den Schutz!

« zurück